Geschichte
Chronik der Gemeinde Ratsch an der Weinstraße
Die Gemeinde Ratsch a. d. Weinstraße wurde erstmalig im 11. Jahrhundert unter der Bezeichnung "RATS" urkundlich erwähnt. Der Ortsname, so erzählt die Legende, sei deshalb entstanden, weil dieser Ort in einem Kessel liegt und deshalb ein beliebter Schlupfwinkel und Treffpunkt für Ratsversammlungen gewesen sei. Schon sehr früh wurde in der Gegend Weinanbau betrieben.
Die Gemeindegrenze von Ratsch zum Süden hin bildet gleichzeitig die originale und älteste Weinstraße der Steiermark und grenzt an Slowenien und dem Grenzbezirk Maribor. Im Mittelalter war das Dorf im Eigentum des eifrigen Protestanten Nikolaus Kempintsy, Sohn des Caspar Kempintsy und der Ellse Beuerl, der 1629 nach Elsaß auswanderte.
Danach erwarb Wolf Freiherr von Eggenberg die Herrschaft über Ratsch. Als nach vielen Bemühungen, Kämpfen mit den Behörden und finanziellen Opfern der Bewohner in dem damals zweisprachigen Gebiet die "deutsche Schule" am 6. November 1882 eröffnet wurde, war es ein ganz großer Tag für den Ort und seinen Bewohner, da für die 55 Schulkinder der weite Schulweg ein Ende hatte.
Nach dem 2. Weltkrieg gab es in der Grenzlandregion noch starke Nachkriegswirren, die der Bevölkerung sehr zu schaffen machten. So wurde unter anderem das damalige Gemeindehaus im Jahre 1946 von den Partisanen in Brand gesetzt, wodurch auch viele Dokumente, die große Bedeutung für die Geschichte von Ratsch hatten, vernichtet wurden.
Als Folge dieses Brandes mußte auch der erste Bürgermeister der Nachkriegszeit, Johann Deutscher, Amtshandlungen und Sitzungen auf seinem Hof abhalten. 1962 wurde die damals noch selbständige Gemeinde Ottenberg unter Bürgermeister Josef Schigan an die Gemeinde Ratsch als Kastralgemeinde angeschlossen. 1958 konnte das heutige Gemeindehaus neu erbaut werden, in dem seit damals auch die Ortsfeuerwehr untergebracht ist.
Das Wappen der Gemeinde zeigt einen Klapotetz, eine Weintraube und die südsteirische Weinstraße.